Fortbildung DFL Impulse Talk

Im Rahmen des Fortbildungsformats „Impulse – Talk“ durften wir einen Vortrag für die Mitarbeiter*innen der Deutschen Fußball Liga (DFL) durchführen. Rund 80 Teilnehmende folgten unserem Impuls zum Thema
„Hate Speech und Counter Speech – Verantwortungsübernahme in der Diskussionskultur“.

Gerade im Profifußball und seinem Umfeld spielen digitale Kommunikationsräume eine zentrale Rolle. Umso wichtiger ist es, sich bewusst mit den Dynamiken von Social Media auseinanderzusetzen und Handlungssicherheit im Umgang mit Hate Speech zu entwickeln.

Hate Speech verstehen – Counter Speech einordnen

Zu Beginn haben wir gemeinsam geklärt, was unter Hate Speech zu verstehen ist und warum sie in sozialen Netzwerken stetig zunimmt. Studien zeigen, dass insbesondere jüngere Menschen sehr häufig mit Hasskommentaren konfrontiert sind – oft im Kontext von Sport, Zugehörigkeit und Identität. Hate Speech wirkt dabei nicht nur auf Betroffene, sondern auch auf all jene, die still mitlesen und den Diskurs beobachten

Darauf aufbauend haben wir Counter Speech als eine mögliche Form der Reaktion eingeordnet: nicht als Belehrung, sondern als aktive Übernahme von Verantwortung für die Diskussionskultur. Entscheidend ist dabei die Erkenntnis:
Counter Speech richtet sich nicht primär an die Hassenden, sondern an die Zuhörenden.

Wie Counter Speech wirken kann

Anhand konkreter Beispiele haben wir gezeigt, wie Counter Speech funktionieren kann und welche Strategien sich bewährt haben. Im Mittelpunkt stand die sogenannte NBD-Methode:

  1. Nachdenken und Analysieren – emotionale Reaktionen erkennen und einordnen
  2. Benennen – Hate Speech klar sichtbar machen
  3. Debunking – Vorurteile entlarven und einordnen

Dabei haben wir unterschiedliche Zugänge vorgestellt:

  • rational und faktenbasiert,
  • empathisch und emotional,
  • humorvoll und kreativ,
  • normativ und werteorientiert („Das ist nicht der Fußball, den wir wollen.“)

Besonders wichtig war uns, deutlich zu machen, dass Counter Speech nur dann wirksam ist, wenn sie authentisch bleibt und zur eigenen Haltung passt.

Genauso klar haben wir über die Grenzen von Counter Speech gesprochen. Nicht jede Situation erfordert Gegenrede – etwa bei extremistischen Troll-Accounts, koordinierten Shitstorms oder bei eigener emotionaler Überlastung. In solchen Fällen stehen Selbstschutz, Moderation und institutionelle Verantwortung im Vordergrund. Der Impulse-Talk hat gezeigt, wie groß das Interesse an einer reflektierten, verantwortungsvollen Diskussionskultur innerhalb der DFL ist. Für uns war der Austausch ein starkes Signal dafür, dass Haltung, Medienkompetenz und Demokratiebildung auch im beruflichen Kontext des Fußballs eine zentrale Rolle spielen.

Wir danken der Deutschen Fußball Liga für das Vertrauen und den offenen Austausch – und freuen uns, wenn aus Impulsen konkrete Handlungssicherheit wird.

Grenzen erkennen – Selbstschutz ernst nehmen