Fachtag: Angriff auf die Demokratie durch Social Media

Gemeinsam mit der EKIR haben wir einen Fachtag zum Thema Angriff auf die Demokratie durch Social Mediadurchgeführt. Der Arbeitstag richtete sich an Fachkräfte aus der Sozialen Arbeit und griff Fragestellungen auf, die im pädagogischen und sozialen Alltag zunehmend an Relevanz gewinnen.

Soziale Medien wirken nicht nur als Kommunikationsräume, sondern prägen, welche Inhalte sichtbar werden, wie Deutungen verstärkt werden und welche Positionen Anschluss finden. Vereinfachende Narrative, Polarisierungen und abwertende Sprache verbreiten sich dabei häufig nicht zufällig, sondern folgen eigenen digitalen Dynamiken. Diese Prozesse bleiben nicht auf den digitalen Raum beschränkt, sondern wirken in Gespräche, Haltungen und Konflikte im analogen Alltag hinein.

Vor diesem Hintergrund stand die Auseinandersetzung mit der Frage im Zentrum des Fachtags, wie solche Dynamiken demokratische Selbstverständlichkeiten herausfordern und welche Folgen sich daraus für professionelles Handeln ergeben. Gemeinsam wurde reflektiert, wie digitale Mechanismen Wahrnehmungen verengen, Positionen verhärten und Diskurse verschieben – und wie sich diese Effekte in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bemerkbar machen.

Neben der inhaltlichen Einordnung ging es vor allem um die Erfahrungen der Teilnehmenden. Diskutiert wurde, wie Fachkräfte mit zugespitzten Deutungen, emotionalisierten Debatten und scheinbar eindeutigen Erklärungen umgehen können, welche professionellen Handlungsspielräume bestehen und wie demokratische Orientierung auch unter digitalen Einflussbedingungen gestärkt werden kann.

Wir haben den Fachtag als offen, lebendig und zugleich sehr konzentriert erlebt. Die Gespräche waren engagiert, differenziert und von großer gegenseitiger Wertschätzung geprägt. Die gemeinsame Arbeit hat uns spürbar Freude gemacht – nicht zuletzt, weil sie gezeigt hat, wie viel fachliche Tiefe, Neugier und Lust am gemeinsamen Denken entsteht.

Soziale Medien sind keine neutralen Räume – sie strukturieren, was sichtbar und sagbar wird.