Für die Azubifirma der Stadt Krefeld haben wir einen Workshop mit Auszubildenden zu den Themen Europa, Demokratie und Rechtspopulismus geplant und durchgeführt. Ausgangspunkt war für uns die gemeinsame Frage, wie europäische und demokratische Entscheidungsprozesse im Alltag erfahrbar werden – insbesondere im Kontext kommunaler Verwaltung.
Gemeinsam haben wir uns damit beschäftigt, wie Europa und Demokratie wahrgenommen werden und welche Bedeutung sie für das eigene berufliche Handeln haben. Dabei ging es sowohl um individuelle Sichtweisen als auch um institutionelle Perspektiven und um die Frage, wo demokratische Verfahren konkret erlebt werden und wo sie eher abstrakt erscheinen.
Gerade für angehende Verwaltungsfachkräfte ist die Auseinandersetzung mit Demokratie von besonderer Bedeutung. Verwaltungshandeln setzt rechtliche und politische Entscheidungen um, gestaltet Zugänge, Beteiligungsmöglichkeiten und Teilhabe und wirkt damit unmittelbar in den Alltag von Bürger*innen hinein. Die kommunale Verwaltung ist dabei häufig der direkteste und konkret erfahrbare Kontaktpunkt zwischen Staat und Gesellschaft.
Gleichzeitig entsteht hier ein Spannungsfeld zwischen supranationalen Entscheidungsstrukturen, etwa auf europäischer Ebene, und dem konkreten Erleben von Verwaltung im lokalen Alltag. Eine handlungsfähige, transparente und demokratisch verankerte Verwaltung schafft Orientierung, Vertrauen und Verlässlichkeit – und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung demokratischer Strukturen und zur Prävention von Radikalisierung.
In diesem Zusammenhang haben wir auch unterschiedliche politische Deutungen betrachtet und gemeinsam reflektiert, welche Herausforderungen sich daraus für demokratische Verständigungsprozesse ergeben können. Uns ging es dabei nicht um Zuspitzung, sondern um Einordnung, Reflexion und die Frage, wie demokratische Orientierung im beruflichen Alltag wirksam bleiben kann.
Wir haben den Austausch als durchweg konstruktiv erlebt. Er war von vielfältigen Perspektiven geprägt und hat spürbar Freude gemacht. Gleichzeitig sind zahlreiche Anknüpfungspunkte für weitere Gespräche und vertiefende Auseinandersetzungen entstanden.
